von Team MAKEYOURDAY am 17. Mai 2018

Typografie – Handwerk und versteckte Kunst

Das wichtigste vorneweg: Typografie ist, wenn es keiner merkt.

Textg-
lied-
erung. Rec-
htsc
hreibung. Trennunge-
n. Wichtigke-
it. Lesef-
luss. Verst-
ändlichkeit.
Und natürlich soll es ästhetisch sein.

Hat es Sie gestört? Schön. Dann wissen Sie jetzt, warum es einen Typografen braucht. Die Typografie gliedert, vereinfacht, lässt Lesen fliessen – und das alles möglichst unmerklich.

Natürlich gibt es ausserordendlich talentierte typografische Künstler, die Ihnen auf Plakaten, Werbungen oder in Museen auffallen, aber die unbesungenen Helden sind die, die es möglich machen, Texte ungestört zu lesen, zu verstehen und aufzunehmen. Ganz ohne aufzufallen.

Der Typograf hat deswegen einen ziemlich undankbaren Job. Seine Arbeit wird oft erst dann bemerkt, wenn dem Leser ein Fehler auffällt. Trotzdem liebt er seine Aufgabe und ist stolz auf sein Handwerk, auch wenn dieses meistens kaum einer bewusst wahrnimmt.

Auffällig werden dem Typografen die Texte, die in einer Zwölfpunktschrift mit automatischem Zeilenabstand gesetzt wurden, die falschen Anführungszeichen, die unechten Brüche, die vergessenen Halbgeviertstriche, die unnötigen Abkürzungen, die fünf Tabulatoren oder unzähligen Leerzeichen.

Man weiss nicht, welche Schrift für etwas verwendet wurde? Der Typograf wird es herausfinden. Sind das schöne Punzen oder Serifen? Der Typograf hat eine Meinung dazu. Wurde schön spationiert? Der Typograf bemerkt es.

Wenn Sie jetzt auf einige Wörter gestossen sind, die Ihnen nichts sagen, dann wird Sie Tante Google sicher auf eine informative und lehrreiche Reise mitnehmen.

Typografie. Jetzt oder nie.
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